People Pleasing
Ist People Pleasing nicht dasselbe wie Freundlichkeit?
Fast.
Jemand bringt Kuchen mit ins Büro, selbstgebackenen, nach einem alten Familienrezept. Sie stellt ihn vor Dich hin und während Du das erste Stück nimmst, schaut sie Dich an und lächelt.
Er ist staubtrocken.
Da sagt jemand mit Deiner Stimme: ist der gut!
Das ist Höflichkeit, und wenn wir ehrlich sind, machen wir das alle dann und wann, denn das erhält die Freundschaft und hält uns Ärger vom Leib. Ein kleiner Satz, der niemandem schadet und einer Kollegin den Vormittag rettet.
Und wie geht es weiter?
Wenn es nur Freundlichkeit war, dann war’s das und das ist in Ordnung so. Du hast entschieden, dass Dir ihre Freude wichtiger ist als Deine Ehrlichkeit, isst auf und gehst zurück an Deinen Schreibtisch. Der Kuchen ist schnell vergessen (bis zum nächsten Geburtstag in einem Jahr).
Und wenn es nicht «nur» Freundlichkeit war?
Dann hört es nicht auf.
Du nimmst womöglich ein zweites Stück, obwohl Du das erste kaum runterbekommen hast.
Oder fragst nach dem Rezept. (Wozu eigentlich? Willst Du ihn nachbacken?)
Du trägst den leeren Teller zurück in die Küche und sagst im Vorbeigehen, das sollten wir öfter machen. Die Woche darauf steht wieder Kuchen da, und irgendwann kommst Du da nicht mehr aus der Nummer raus, ohne dass es auffällt.
Genauso wie beim Zusatzprojekt, der Wochenendarbeit, dem Schichttausch, den Du nicht wolltest, dem übervollen Überstundenkonto, der Gehaltsverhandlung, in der Du Dich auf nächstes Jahr vertrösten lässt, oder den Jahreszielen, die andere für Dich setzen.
Und Du merkst es abends, an einer Müdigkeit, für die es «keinen Anlass» gibt. Eine freundliche Kollegin geht nach so einem Vormittag nach Hause und hat den Kuchen längst vergessen.
Du gehst nach Hause und bist erledigt, und wenn Dich jemand fragt, wovon, fällt Dir nichts ein.
War ja nur Kuchen.
WAS GENAU IST DANN "PEOPLE PLEASING"?
Als People Pleaser hat «man» gelernt, sich maximal an seine Umgebung anzupassen. Sie war oder ist unsicher und unberechenbar.
Anpassung war genau die richtige Antwort darauf. Wer nicht weiß, in welcher Stimmung der andere zur Tür hereinkommt, tut gut daran, es früh zu erkennen und sich darauf einzustellen. Wer gelernt hat, dass Widerspruch bestraft wird, hört auf zu widersprechen. All das ist erlernt und funktioniert einwandfrei. Sonst hätte «man» es wieder aufgegeben.
Was wurde dadurch möglich? «Man» durfte dazugehören. «Man» wurde geliebt, wenn «man» lieb und artig war, fleißig, vernünftig und angepasst. Und damit war eines der stärksten Grundbedürfnisse überhaupt, das Bedürfnis nach Zugehörigkeit.
Wann und wo lernt man so etwas? In der Regel dort, wo wir alle sozialisiert werden: in der Familie. Als «man» klein war und an den gegebenen Verhältnissen nichts ändern konnte.
Wenn Mutter oder Vater schimpften, fühlte «man» sich schlecht. Also bemühte «man» sich nach Kräften, es ihnen recht zu machen.
Zumindest eine Zeit lang. Und so spielten sich Prägungen und Programme ein, die sich mit den Jahren verfestigten.
Manchmal kommt noch etwas anderes dazu. Wenn «man» in zu jungen Jahren zu viel tatsächliche oder emotionale Verantwortung für diejenigen übernimmt, die sie eigentlich tragen müssten, hat die Familienforschung dafür einen Begriff: Parentifizierung. Gemeint ist, dass ein Kind Aufgaben übernimmt, die den Erwachsenen obliegen. Es tröstet die Mutter, es vermittelt zwischen den Eltern, es kümmert sich um den Alltag, während die Eltern es nicht schaffen. Dafür wird es gelobt, denn es ist ja so vernünftig. Nur lernt es dabei, dass es für das geliebt wird, was es leistet, und nicht für das, was es ist.
VERHALTENSMUSTER
Und auch der Körper spielt eine Rolle. Auf Bedrohung reagiert er mit Kampf, Flucht oder Erstarrung. In der Literatur wird eine vierte Reaktion beschrieben, das Beschwichtigen, (fawning). Wer weder kämpfen noch weglaufen noch sich totstellen kann, nimmt den Druck raus: wird freundlich, mildert ab, gibt nach, und umschifft den Konflikt durch Vermeidung.
Irgendwann ist das Kind erwachsen, zieht aus, erlernt einen Beruf, gründet eine eigene Familie. Und die Muster von damals sind noch immer da.
Eines Tages sitzt Du in einer Besprechung, in der alle einfach nur Deine Einschätzung hören möchten, und trotzdem «scannst» Du die Gesichter, bevor Du sprichst. Du hörst in der ersten Silbe, ob jemand schlecht geschlafen hat, und richtest Deinen Satz danach aus. (Wer hat Dich eigentlich darum gebeten?)
Und das Unangenehme daran ist: Es funktioniert hervorragend. Die Leute mögen Dich, denn Du bist angenehm, hilfreich, unaufdringlich, umgänglich, nett.
Nur kommst Du dabei zu kurz.
People Pleasing ist ein erlerntes Verhaltensmuster.
Das ist alles.
Bist Du am Ende etwa auch ein People Pleaser?
Das ist die unangenehmste Frage. Es klingt irgendwie nach Stigma. So als wäre man nicht «ganz richtig» im Kopf. Oder einfach eine, die keinen Mumm hat.
Schwer zu beantworten ist die Frage obendrein, denn es fühlt sich doch eigentlich richtig an, rücksichtsvoll und gut erzogen zu sein. Niemand wacht morgens auf und denkt, heute versuche ich, es mal wieder allen anderen Recht zu machen, und verliere mich dabei aus den Augen. Genau das ist das Tückische.
Es gibt aber Anzeichen, die Dir vielleicht schon an Dir selbst (oder anderen) aufgefallen sind.
Du weißt immer ganz genau, was die anderen wollen
Noch bevor Du weißt, was Du selbst eigentlich willst, hast Du schon genau durchschaut, was für alle anderen jetzt am besten wäre. Jemand fragt, wo Ihr essen gehen wollt. Dein erster Gedanke ist nicht, worauf habe ich Appetit, sondern Du triffst eine Art „Lagebeurteilung“: wer kommt mit, wer verträgt was nicht, was wäre jetzt unkompliziert? Bis Du bei Deinem eigenen Wunsch ankommst (wenn überhaupt), ist die Frage längst entschieden. Und es fühlt sich oft auch gar nicht so an, als wenn Deine Vorstellungen keinen Platz hätten. Denn das machst Du ja immer so.
Einladungen nimmst Du grundsätzlich an, oder sagst grundsätzlich nie ab
Wer freut sich nicht über Partyeinladungen? Fragt man Dich, ob Du kommst (oder sogar etwas mitbringen kannst), sagst Du zu. Manchmal bietest Du auch schon von Dir aus an, etwas beizusteuern, auch wenn der Gastgeber Dich gar nicht danach gefragt hat.
Und dann kommt es, wie es immer kommt: der Tag ist da und Du bist müde, oder erschöpft, oder sogar ein bisschen krank.
Und was machst Du?
Du gehst natürlich trotzdem hin. Denn absagen, jetzt so kurz vorher, das geht nicht!
Dabei hat Dich der Gedanke schon die ganze Woche begleitet, Du hast ihn nur immer wieder weggeschoben. Lust und Energie hast Du nicht, aber Du gehst trotzdem. Und bleibst noch zum Aufräumen.
Bitte um Entschuldigung
Auf dem Weg zur Party rempelt Dich in der Fußgängerzone jemand an. Er rennt ohne zu gucken quer über den Weg und prallt gegen Dich , sodass Dir fast die Salatschüssel herunterfällt.
Du entschuldigst Dich.
Really?
Es geht leider nicht, weil... – Der Rechtfertigungszwang
Solltest Du doch mal in die Verlegenheit kommen, jemandem eine Bitte abschlagen zu müssen, was wirklich nur in absoluten Ausnahmefällen vorkommt, dann verwendest Du unheimlich viel Zeit und Energie darauf, diese Entscheidung zu erklären und zu begründen. Und das, obwohl niemand danach gefragt hat.
Falls diese Begründung nicht überzeugt, nimmst Du das «Nein» zurück.
Gespräche gehst Du Im Kopf immer wieder durch
Auf dem Weg nach Hause denkst Du wieder und wieder über das Gespräch nach.
Hätte ich das wirklich so sagen dürfen? Vielleicht hält der andere Dich jetzt für egoistisch? Oder unverschämt. Oder beides.
Aber es war auch wirklich nicht gerade die feine Art, Dich vor allen anderen zurechtzuweisen. Eigentlich ganz und gar nicht. Und es ärgert Dich. Morgen musst Du das richtigstellen. Oder besser doch nicht?
Von außen sieht das ausgezeichnet aus. Du bist die Verlässliche, die, mit der niemand Ärger hat. Doch wenn Du nie widersprichst und trotzdem wütend bist, wie gesund kann das auf Dauer sein?
Falls Du Dich jetzt fragst, wie sich das auf Dein Konfliktverhalten auswirkt (Vermeidung ?) oder welcher Konflikt-Typ Du eigentlich bist, dann mach doch hier ganz einfach einen kurzen Test:
(natürlich für 0,- Euro und unverbindlich)
Wie hört man auf, ein People Pleaser zu sein?
Einsicht allein genügt nicht. Das ist die schlechte Nachricht, und Du weißt es längst.
Habe ich Dich entmutigt? (Solltest Du ein People Pleaser sein, denkst Du jetzt vielleicht „ja“, würdest es mir aber nie so sagen. Stimmt’s?)
Es ist leider trotzdem wahr. Man kann theoretisch wissen, woher etwas kommt und wie das Muster heißt. Und dann fragt am Dienstag jemand etwas, und Du hörst Dich schon wieder „Ja“ sagen, bevor Du überhaupt in den Kalender geschaut hast. Ein Reflex ist eben schneller als jede Erkenntnis. Das ist sein Wesen.
Warum "Textbausteine" witzlos sind
Was am Anfang ebenfalls selten hilft, sind fertige Formulierungen oder Textbausteine. Davon gibt es reichlich, ganze Kurse voll. Eine bekannte Formel fürs Neinsagen heißt zum Beispiel „INGA-Prinzip“. Bestimmt hast auch Du schon von der Empfehlung gehört, erst Interesse zu zeigen, dann Nein zu sagen, dann den Grund zu nennen und schließlich eine Alternative anzubieten.
Klingt vernünftig, ist es auch. Nur setzen solche Formeln voraus, dass Du bei Deinem Nein bleiben kannst, und genau das ist ja das Problem. Je mehr Bausteine dazukommen, desto mehr Stolperfallen. Sobald Du einen Grund nennst, gibt es Verhandlungsmasse. Von Alternativvorschlägen ganz zu schweigen.
Na, dann geht es eben Donnerstag.
Die gute Nachricht: Alles, was erlernt wurde, kann auch wieder verlernt werden. (Und People Pleasing ist ein erlerntes Verhaltensmuster, Du erinnerst Dich.)
Und was nun tatsächlich hilft, klingt viel langweiliger, als erhofft.
Geduld und ein SYSTEM
Zunächst muss man das eigene Muster sichtbar machen und herausfinden, was man selbst will.
Dann einen Plan erstellen für all die Situationen, in denen man sonst immer von den eigenen Wünschen abweicht.
Erst dann sind Kommunikationstechniken überhaupt hilfreich.
Hand aufs Herz: Hast Du nicht auch schon oft Kommunikationswerkzeuge nachgelesen oder irgendwelche Workshops besucht, und dann ist Dir im entscheidenden Moment nicht eingefallen, wie das noch mal ging?
Ich verrate Dir jetzt was: Bei mir war das oft so. Es ist dann wie die tolle Erwiderung auf eine blöde Bemerkung, die einem erst am nächsten Tag oder abends im Bett einfällt. Diderot nannte das „Esprit d’escalier“: der Witz, der einem erst einfällt, wenn man schon auf der Treppe nach draußen ist.
Nun wirst Du keine Schlagfertigkeit lernen wollen, sondern einen Weg finden, das zu sagen, was Du eigentlich sagen möchtest, statt immer nur zuzustimmen oder das zu sagen, was andere (vermeintlich) gern hören wollen.
FINDE EINEN WEG, DAS ZU SAGEN, WAS DU WILLST.
Erstens: Zettel und Stift.
Mindestens zwei Wochen lang ist jeden Abend „Inventur“ angesagt. Wann habe ich heute Ja gesagt, obwohl ich es nicht wollte? Es geht ausschließlich darum, Muster sichtbar zu machen, nichts weiter. Danach hältst Du eine wertvolle Liste in der Hand. Ohne sie arbeitest Du an einem Problem, das Du nur ungefähr kennst.
Zweitens: Was passiert eigentlich?
Der „Ja“-Reflex ist schnell, aber ihm geht irgendetwas voraus, ein Bruchteil einer Sekunde. Bei manchen geht der Puls hoch. Bei anderen ist es ein Gedanke, immer derselbe. Wieder andere merken nur, dass sie unruhig werden und dringend antworten möchten. Und viele merken gar nichts. Das ist kein Zeichen dafür, dass bei Dir nichts passiert. Wer jahrelang geübt hat, das eigene Befinden zu übergehen, weil es für die Entscheidung ohnehin keine Rolle spielt, hört irgendwann auf, es wahrzunehmen. Es ist noch da, nur hast Du schon sehr lange weggehört.
Fang deshalb gedanklich nicht im „Ja“-Moment an, sondern danach. Denk abends an die Situation zurück und vergleiche ein Ja, das Du wirklich so gemeint hast, mit dem, das Du später bereust.
Der Unterschied zwischen beiden ist leichter zu finden als irgendein isoliertes Körpergefühl. (Wenn man mich fragt, „wo fühlst Du im Körper Deinen Reflex“ fällt mir auch nichts ein…).
Drittens: der Plan.
Ein guter Vorsatz allein hilft nichts. „Ich sage künftig öfter nein“ hält bis zur nächsten Bitte um einen klitzekleinen Gefallen. Etwas anderes ist es, vorher festzulegen, was Du tun wirst, wenn genau dieser Kollege Dich wieder freitags um fünf fragt, ob Du noch Zeit hättest. Mit Namen, mit Uhrzeit, entschieden an einem Tag, an dem er nicht vor Dir steht. In diesem Moment läuft nämlich das Programm ab, Dein Muster.
Deshalb arbeite ich unter anderem mit Plänen aus der Motivationsforschung: ein Plan sagt, was Du in einer ganz konkreten Situation tust. Wenn das passiert, dann mache ich jenes. Das klingt womöglich nach einer Kleinigkeit. Es ist aber der Unterschied zwischen einer Absicht, die im entscheidenden Moment nicht abrufbar ist, und einer Reaktion, die schon vorbereitet wurde.
Vera F. Birkenbihl hat das mal so formuliert: vom Gehirn-Besitzer zum Gehirn-Benutzer. Genau darum geht es. Du hast es ja ohnehin. Die Frage ist nur wer es bedient.
Für People Pleaser fehlt in dieser Methode allerdings ein Schritt, den sie stillschweigend voraussetzt: Man muss wissen, was man selbst will, bevor man planen kann, was man tut. Bei jemandem, der jahrelang das Wollen der anderen vorweggenommen hat, ist das die eigentliche Arbeit.
Viertens: Kommunikationsmethoden.
Wenn eine echte Entscheidung dahintersteht, in Zukunft etwas grundlegend anders zu machen, nützen auch Formulierungen oder Gesprächstechniken. Wenn sie auf Deinen Plan treffen, wirst Du viele neue Erkenntnisse haben und ihn umschreiben, verfeinern, ausbauen.
Ein Plan braucht allerdings eine Lücke, in der er überhaupt greifen kann. Dafür brauchst Du ein paar gute „Bremsen“.
Und „Nein“ klingt ja auch so schrecklich unhöflich und kalt. Wie wäre es mit: Ich gebe Dir später Bescheid? (Hauptsache, Du entscheidest nicht in dem Moment, sondern erst dann, wenn Du in Ruhe darüber nachgedacht hast.) Das klingt einfach, ist manchmal aber erstaunlich schwer.
Und wenn Du schon dabei bist, Deine Komfortzone zu verlassen: Streiche eine Woche lang das Wort „weil“ aus jeder Absage. Lass einmal etwas unerledigt, das Du sonst immer machst. Guck einfach mal, was passiert. (Meistens nichts.)
Und was geschieht dann? Beim ersten Mal nichts. Du sagst nicht zu, und alles bleibt, wie es war. Niemand ist beleidigt. Dafür verbringst Du den Abend damit, eine Entschuldigung zurechtzulegen, nach der Dich niemand gefragt hat. Und am nächsten Morgen guckst Du als Erstes, ob sich die anderen anders verhalten als sonst.
Irgendwann sagst Du dann tatsächlich, was Dir schon immer auf der Zunge lag. Und beim übernächsten Mal knickst Du wieder ein.
Auch das gehört zum Umlernen. Kein Plan ist in Stein gemeißelt. Er lebt mit Dir und passt sich an, Du kannst und solltest ihn jederzeit umgestalten, falls er doch nicht so gut war wie gedacht.
Großmutter wusste schon: „Gut Ding will Weile haben.“
Spoiler: Sie hatte recht.
Lohnt sich das alles überhaupt?
Du hast bis hierhin gelesen und fragst Dich jetzt, ob dieser ganze Aufwand wirklich sein muss. Es klingt mühsam, langwierig, umständlich und fast nicht machbar. Schließlich sind ohnehin genug Aufgaben zu erledigen.
Und überhaupt passt es nicht zu dem Bild, das die anderen von Dir haben. Vor allem aber passt es nicht zu dem Bild, das Du von Dir selbst hast. Das ist das eigentliche Hindernis.
Und ja: Das stimmt.
Es passt nicht. Wenn Du anfängst, Dich aus Deinen Mustern zu lösen, wird es Menschen geben, denen das nicht gefällt. Sie werden Dir sagen:
- Du bist aber kompliziert geworden!
- Früher warst Du anders!
- Warum bist Du so umständlich?
- Sei doch wieder so umgänglich wie früher.
Vielleicht auch Schlimmeres. Damit treffen sie ziemlich genau Deinen wundesten Punkt.
Du warst immer die Hilfsbereite, die Zuverlässige, die Nette. Und jetzt nicht mehr. Für alle, die jahrelang davon profitiert haben, ist das unbequem. Dadurch kommt etwas zu Vorschein, das Du so nicht erwartet hast: die, die am meisten von Deiner Überangepasstheit hatten, werden sich am lautesten beschweren.
Andere sind bloß irritiert.
Und manche sagen gar nichts dazu. Denen warst Du immer schon wichtiger als das, was Du für sie getan hast. Mit ihnen redest Du zum ersten Mal, ohne vorher zu überlegen, was sie hören wollen.